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Erkenntnisse die 2te ….

Aaaaaah, was für ein tolles Gefühl es richtig gemacht zu haben. 🙂 Soviel schonmal vorab.

Es kann eben nicht immer alles easy und glatt laufen und das ist es auch nicht, aber prinzipiell wichtig ist ja, dass man die Dinge erkennt, sich selbst reflektiert und (hoffentlich richtigen) Schlußfolgerungen zieht. Wie in den Vorberichten zu sehen warfen sich einige Fragen auf, die ich mit einem, nennen wir es mal mentalen Richtungswechsel, beantwortet habe. Ich mußte für mich erkennen/eingestehen, dass ich nunmal nicht der Superspeedy bin und keine Wettkampfsau, die sich auf teufelkommraus mit anderen messen muß oder sich zu Supersplits mit 35km/h uffm Rad oder deutlich unter 4min/km bei Laufen pushen kann. Nein, thats not me! Wenn ich was kann, dann mich und meinen Motor so einstellen, dass ich das Ziel erreiche und dann auch in dem für mich maximalem Tempo über die Gesamtstrecke (egal ob Sprint, OD, MD oder LD).
Genau das ist es auch, was den Sport im Rahmen des Hobby- bzw Volkssportlers aus meiner Sicht ausmacht. Auch wenn so oft genutzt, in erster Linie zählt: Der Weg ist das Ziel!
Der Ironman in Vichy und der Weg dahin haben es deutlich gezeigt. Der reine Fokus auf irgendwelche Zeiten oder Platzierungen oder vereinsinterne Spielchen, wer der Schnellere ist bringen einem genau NULLKOMMANULL Punkte. Das gilt vor allem je länger die Strecke wird. Lange Distanzen (egal ob Rad, Laufen, Triathlon …) haben aus meiner Sicht für Hobbysportler wie mich das Hauptziel sich mit sich und den Strapazen, dem inneren Schweinehund und der eigenen Leidensfähigkeit zu konfrontieren und sich dort durchzukämpfen, um am Ende froh und erleichtert zu finishen. Nur so wirst Du gestärkt aus einem Wettkampf hervorgehen.

Why?
Der diesjährige Saisonverlauf war doch sehr holprig. Aus den Vorjahren wußte ich, dass eine Saison irgendwann „zu lang“ werden kann. Aus diesem Grund legte ich mir einen Plan zurecht, der mich später im Jahr ins konkrete Training einsteigen ließ und mit einer Periodisierung von 3 Wochen Training und 1 Woche Pause bestückt war. Das hatte zur Folge, dass gefühlt alle zwei Level über meinem Niveau waren und Kreisel um mich fuhren. Die nun endlich mal wieder durchführten Leistungstests zeigten auch miserable Werte und Erfolge wollten sich nicht so recht einstellen. Doch gerade die objektive Betrachtung der Leistungswerte und Analyse der eigenen Einstellung brachten die Lösung zum Vorschein. Besinne Dich auf Deine physiologischen Grenzen, nutze deine Stärken und vergleiche dich nicht mit anderen.
Nachdem ich beim Laufen durch die neu bestimmten Trainingswerte einen Fortschritt bewirken konnte, wollte ich das auch auf dem Rad erreichen. Die letzten großen Radblöcke machten mich etwas nervös, wußte ich doch, wie oft ich nach 4-5 stündigen Radausfahrten KO war. Der Ausblick auf Trainingsblöcke in denen täglich solche Touren anstanden ließen die Freude gering halten. Die Lösung war hier dann zum Glück das Training nach den individuellen Wattwerten. Es war einfach genial. Durch das Training in meinem individuellen maximalen Fettstoffwechselbereich ließ mich enorme Umfänge (also für mich enorm) trainieren, ohne das ich danach tot war. Im Gegenteil, nach 5h auf dem Rad stieg ich ab und hatte noch Bock auf eine Koppeleinheit. So muß es sein! Es war mir schon klar, dass durch das reine Training der Umfänge im Fettmaxbereich natürlich keine Steigerung der Leistung/Geschwindigkeit möglich war, aber in Anbetracht der aktuellen Leistungswerte, war mein Ziel überhaupt heil über die 180km zu kommen, um noch ein bissl Kraft für den Marathon zu haben. Gleiches passierte dann beim Laufen. Training in den eigenen Bereichen und ohne dabei den Geschwindigkeiten eine zu Große Bedeutung zu geben, ließen längere Einheiten leicht bewältigen und dann stellten sich auch Fortschritte ein. Ich bin der Meinung, dass es genau das Richtige für mich war. Hätte ich diese Einheiten in Gruppenausfahrten o.Ä. untergebracht, wäre ich nicht in der Lage gewesen dies so zu absolvieren. Es muss jeder für sich selber wissen/erkennen was das Beste für ihn ist. Für den Aufbau einer Grundlagenausdauer ist aus meiner Sicht das effektivste Training allein mit sich und seinen Werten. Natürlich darf die Gruppenausfahrt oder der Lauftreff nicht fehlen, aber das sind dann Einheiten, wo ich mir nicht konkret einen Trainingseffekt erhoffe. Da geht es nur ums gemeinsame Miteinander und Genuß des Tages. Aber genug zu dem Trainingsphilosophiegeschiss, dass muss eh jeder für sich selber herausfinden, was für ihn das Beste ist. Ich glaube ich weiß es nun für mich. 🙂

Zurück zum Ereknntnisthema. Es schließt sich da mit dem „angepassten“ Training ja auch schon ein bißchen der Kreis. Mach einfach Dein Ding so gut Du kannst und es auch willst und das vor allem unabhängig irgendwelcher Zeiten. 24er Schnitt ??? 28er Schnitt ??? … is mir scheißegal, ich saß 150km aufm Rad und lauf jetzt noch 10km mit Spass an der Freude. 6 min/km ??? 5:30 min/km ??? … is mir scheißegal, ich bin 26km gelaufen und fühle mich gut dabei.

Ironman in Sub12 ??? Sub11 ??? oder schneller als irgendwer ??? … is mir scheißegal, ich werde 3,8km Schwimmen , 180km Rad fahren und so lange laufen bis ich nach 42km im Ziel bin und wenn es das letzte ist was ich tue.

Und genau das ist es auch was einen durchhalten läßt. Hätte ich mich auf Zeiten fokusiert und gesagt, Schwimmen muss in 01:05h erledigt sein, Rad bei den geringen Höhenmetern musst Du in 05:45h schaffen und so wie es im Training läuft dann der Marathon in 03:50h, wäre es schier unmöglich gewesen weiter zu machen, wenn du die eigens gestellten Vorgaben nicht erreichst. Es kann soviel dazwischen kommen bei so einem Ironman, da ist es aus meiner Sicht blöd es abhängig von Zeiten zu machen. Es lief auch in Vichy und davor nicht alles nach Plan, aber ich hatte das feste Ziel zu finishen und dann machen einen hohe angesagte Temperaturen, eine irgendwie unangenehme Radstrecke und fiese Krämpfe beim Laufen einfach nicht so zu schaffen, denn das eigentliche und wichtigste Ziel ist immer noch erreichbar. Zu finishen !!! … und so kam es auch. Schwimmen in Vichy war ein Genuss, Radfahren irgendwie unangenehm und zäh, Laufen auf den ersten 21km topp und dann der zähe Kampf mit Krämpfen und dem inneren Schweinehund bis zum Ziel. Das ganze dann sogar in erfreulichen 11:52h. Hätte mir das jemand Anfang des Jahres gesagt hätte ich sofort unterschrieben und gesagt, so wäre es perfekt.

Der Bericht von Vichy kommt noch separat. 😉

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